Luxus in Not

Das wurde ja auch Zeit: Porsche will Geld vom Staat meldete orf.at am Freitag.

Demnächst werden wohl auch Rolex, die Casinos Austria und die Wirtschaftsredaktion der Presse sich dem Trend ergeben und um öffentliche Zuschüsse ansuchen.

Bevor es also zu spät ist und ich einsam und vorsätzlich übersehen herumstehe wie der letzte Drei-Knopf-Sakko-Träger auf einem Art-Directoren-Meeting möchte ich daher festhalten: Ich hätte auch gern Geld vom Staat.

Natürlich bin ich für Staatshilfe nur beschränkt qualifiziert, habe ich es doch verabsäumt, mit meinem Konzern zuerst mehr Gewinn als Umsatz zu erwirtschaften und dann mit einer unfreundlichen Übernahmestrategie so auf die Pappen zu fallen, dass es sich vorn und hinten nimmer ausgeht.

Andererseits erhalte ich immer wieder maschinegeschriebene Leserbriefe, in denen der Überzeugung Ausdruck verliehen wird, ich würde meiner linkslinken Nestbeschmutzertätigkeit nicht nur in einem Villenvorort, sondern obendrein „um unser Steuergeld“ nachgehen. Diesen Menschen würde ich sehr gerne das Gefühl geben, eh recht zu haben, sie könnten sonst womöglich das Vertrauen in den Staat und seine Institutionen verlieren und bei nächster Gelegenheit irgendeinen Blödsinn zusammenwählen.

Ich hoffe daher zuversichtlich, dass nicht nur im Fall Porsche, sondern auch in meinem auf die Meldung ...will Geld vom Staat nach ein wenig rituellem Gebrumm und Gezeter die Meldung ...kriegt Geld vom Staat folgen wird.

Sollte allerdings ausgerechnet bei mir eine Ausnahme gemacht werden, werde ich mich über den virtuellen Verlust damit hinwegtrösten, dass mir zumindest die  absehbaren Image-Scherereien erspart bleiben.

Denn der Hauptanreiz für den Erwerb eines Porsches – einmal abgesehen von den unbestreitbaren Vorzügen, dass er lustig ausschaut, schnell fährt und laut brüllt– war doch bisher das Aufrücken in die Klasse der Leistungsträger; wenn auch ein Restrisiko der Verwechslung mit Angehörigen der Berufsgruppen Sohn, Hochstapler oder Zuhälter immer gegeben war.

Das war allerdings deutlich glamouröser als der leise Hauch von Sozialhilfe und Modernisierungsverlierertum, den es mit sich bringt, wenn ausgerechnet der blöde alte dicke Staat dafür sorgen muss, dass man für sein gehätscheltes Symbol kompromisslos tüchtigen Draufgängertums auch in Zukunft noch Ersatzteile kriegt.

Der erste Porschefahrer übrigens, den ich aus der Nähe gesehen habe, wohnte unweit meiner Schule in einem Gemeindebau und ging der in den Siebzigerjahren unüblichen Profession des Langzeitarbeitslosen nach. Wie er zu seinen quietschgrünen Targa kam, war Gegenstand zahlreicher farbenfroher Gerüchte, er fuhr ihn auch selten, wusch und polierte ihn aber mit Hingabe und trank danach stolz im Fahrersitz eine Dose Bier.

Vielleicht war der Mann einfach seiner Zeit voraus.

Das wurde ja auch Zeit: Porsche will Geld vom Staat meldete orf.at am Freitag.

Demnächst werden wohl auch Rolex, die Casinos Austria und die Wirtschaftsredaktion der Presse sich dem Trend ergeben und um öffentliche Zuschüsse ansuchen.

Bevor es also zu spät ist und ich einsam und vorsätzlich übersehen herumstehe wie der letzte Drei-Knopf-Sakko-Träger auf einem Art-Directoren-Meeting möchte ich daher festhalten: Ich hätte auch gern Geld vom Staat.

Natürlich bin ich für Staatshilfe nur beschränkt qualifiziert, habe ich es doch verabsäumt, mit meinem Konzern zuerst mehr Gewinn als Umsatz zu erwirtschaften und dann mit einer unfreundlichen Übernahmestrategie so auf die Pappen zu fallen, dass es sich vorn und hinten nimmer ausgeht.

Andererseits erhalte ich immer wieder maschinegeschriebene Leserbriefe, in denen der Überzeugung Ausdruck verliehen wird, ich würde meiner linkslinken Nestbeschmutzertätigkeit nicht nur in einem Villenvorort, sondern obendrein „um unser Steuergeld“ nachgehen. Diesen Menschen würde ich sehr gerne das Gefühl geben, eh recht zu haben, sie könnten sonst womöglich das Vertrauen in den Staat und seine Institutionen verlieren und bei nächster Gelegenheit irgendeinen Blödsinn zusammenwählen.

Ich hoffe daher zuversichtlich, dass nicht nur im Fall Porsche, sondern auch in meinem auf die Meldung ...will Geld vom Staat nach ein wenig rituellem Gebrumm und Gezeter die Meldung ...kriegt Geld vom Staat folgen wird.

Sollte allerdings ausgerechnet bei mir eine Ausnahme gemacht werden, werde ich mich über den virtuellen Verlust damit hinwegtrösten, dass mir zumindest die  absehbaren Image-Scherereien erspart bleiben.

Denn der Hauptanreiz für den Erwerb eines Porsches – einmal abgesehen von den unbestreitbaren Vorzügen, dass er lustig ausschaut, schnell fährt und laut brüllt– war doch bisher das Aufrücken in die Klasse der Leistungsträger; wenn auch ein Restrisiko der Verwechslung mit Angehörigen der Berufsgruppen Sohn, Hochstapler oder Zuhälter immer gegeben war.

Das war allerdings deutlich glamouröser als der leise Hauch von Sozialhilfe und Modernisierungsverlierertum, den es mit sich bringt, wenn ausgerechnet der blöde alte dicke Staat dafür sorgen muss, dass man für sein gehätscheltes Symbol kompromisslos tüchtigen Draufgängertums auch in Zukunft noch Ersatzteile kriegt.

Der erste Porschefahrer übrigens, den ich aus der Nähe gesehen habe, wohnte unweit meiner Schule in einem Gemeindebau und ging der in den Siebzigerjahren unüblichen Profession des Langzeitarbeitslosen nach. Wie er zu seinen quietschgrünen Targa kam, war Gegenstand zahlreicher farbenfroher Gerüchte, er fuhr ihn auch selten, wusch und polierte ihn aber mit Hingabe und trank danach stolz im Fahrersitz eine Dose Bier.

Vielleicht war der Mann einfach seiner Zeit voraus.