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"Papiertiger ist eine kabarettistische, sprich wuchtelgespickte Lesung. Spaßfaktor: Hoch!" Werner Rosenberger "Kurier"

"Schwadronieren kann Thomas Maurer ziemlich sehr gut. Geschickt stellt Maurer immer wieder Bezüge zur Gegenwart her, die (..) Kolumnen vermag Maurer grandios zu interpretieren, da er Stimmen, Stile und Formate perfekt imitiert."               Thomas Trenkler "Der Standard"

"Thomas Maurer beherrscht das gesamte Waffenarsenal der politischen und gesellschaftspolitischen Satire mit einer Virtuosität, die hierzulande selten ist. Von lustvoller Polemik und frontaler Feindes-Verhöhnung bis zur geschliffenen Vivisektion und subtilen Demontage. Und wenn es um die Grundrechte des Einzelnen geht, erweist er sich mehr als einmal als klartextliche, moralische Instanz. "Maurer ist ein geistreicher Überzeugungstäter." Peter Blau "kabarett.at"

 

Wir haben nicht nur in der Sprache, sondern auch im Denken und Fühlen den Akzent unseres Landes.

Im Wendekreis der Wende.In Wahrheit gibt es immer weniger Gründe, Zeitung zu lesen. Das wird der "Kurier" nicht gerne hören, aber wozu noch jeden Samstag wegen eines einzigen Kastls 2 Kilogramm Altpapier kaufen, wenn die besten Artikel in überschaubaren Abständen in gebundener Form nachgereicht werden.

Und die wirklich ursupersten werden eh ein paar Stunden nach ihrem Erscheinen per e-mail rundgeschickt. Jetzt liegen also die besten und bösesten Kurier-Kolumnen Thomas Maurers aus den letzten 7 Jahren unter dem Titel "Im Wendekreis der Wende" vor. Und da der Autor ja auch kein ganz unbekannter Bühnenkünstler ist, lässt er es sich nicht nehmen, eine Auslese daraus persönlich seinem Publikum zum Vortrag zu bringen.

"Papiertiger" ist also gewissermaßen ein Besto-of Best-of. Und damit noch nicht genug. Mit seinen Zwischentexten, Überleitungen und Conferencen verleiht er den satirisch-kritischen und höchst angemessen respektlosen Momentaufnahmen aus der Vergangenheit einen Überbau, der es dem Zuhörer erst ermöglicht, sie in einem Kontext wahrzunehmen, der im Moment des Erscheinens der Kolumne noch lang nicht greifbar war.

Es ist schon erstaunlich, wie viel Jammer und Elend der österreichischen Innenpolitik seit der Wende bereits die Gnade des frühen Vergessens zuteil wurde. Selbst ein sorgfältiger Chronist des parlamentarischen Alltags wie Thomas Maurer passiert es, dass er der wahrscheinlich merkunwürdigsten Ministerin der FPÖ-Riege, namens Sickl an einer Stelle versehentlich den Voramen Theresia statt Elisabeth zuordnet. Das beruhigt ungemein. Ist es doch ein Beleg dafür, dass auch ein Maurer gelegentlich dazu im Stande ist, seine Festplatte von allzu überflüssigen Speicherplatz-Schrott zu befreien.Wobei Sickl nicht der einzige Name ist, denn man als zwangsläufig verdrängungsfähiges Wesen längst unwiderruflich endgelagert geglaubt hatte. Hilmar Kabas zum Beispiel. Oder Knittelfeld.

Auch für die simple Internet-Recherche bezüglich des Selbstverständnisses der meistgelesenen Wochenzeitschrift Österreichs ist Maurer zu danken. "Die ganze Woche" sieht sich selbst so: "Für Plattheiten haben wir keine Zeit, für Langeweile keine Geduld, denn wir schreiben mit Engagement." Ist das nicht schön? Warum hat uns diese zwingende Kausalkette nicht schon längst zu Abonnenten gemacht. Zumal: "Wir haben nicht nur in der Sprache, sondern auch im Denken und Fühlen den Akzent unseres Landes." Das ist in Wahrheit schon Kunst.In Summe ergibt das alles ein Sittenbild der jüngsten Vergangenheit, das Österreich mehr als verdient hat.

Thomas Maurer beherrscht das gesamte Waffenarsenal der politischen und gesellschaftspolitischen Satire mit einer Virtuosität, die hierzulande selten ist. Von lustvoller Polemik und frontaler Feindes-Verhöhnung bis zur geschliffenen Vivisektion und subtilen Demontage. Und wenn es um die Grundrechte des Einzelnen geht, erweist er sich mehr als einmal als klartextliche, moralische Instanz.

Maurer ist ein geistreicher Überzeugungstäter, dem man diesmal durchaus verzeihen kann, dass er es noch immer nicht schafft, sich sein verschmitzt-zufriedenes Grinsen zu verkneifen, wenn sich seine Pointen als zielsichere Wirkungstreffer erweisen.
Peter Blau
"kabarett.at"


Abgesang auf Hilmar Kabas

Thomas Maurer macht es sich leicht - und punktet trotzdem.

Wien - In der Regel verkaufen sich Sammelbände über einst tagespolitisch aktuelle Zeitungskolumnen nicht rasend gut. Die Zweitverwertung seiner Medienmelange-Texte (jeden Sonntag im Kurier) pusht Thomas Maurer aber mit einer ziemlich erfolgreichen, wenn auch wenig originellen Drittverwertung: Er liest die besten der kompilierten besten Kolumnen der letzten sieben Jahre, die unter dem Titel Im Wendekreis der Wende beim Czernin Verlag erschienen sind, und "schwadroniert dazu".

Schwadronieren kann Thomas Maurer ziemlich sehr gut. Das Kramen in kollektiven Erinnerungen ist aber auch nötig. Denn vieles, was in der Ära Schüssel passierte, ist längst vergessen. Maurer leitet daher das Blockseminar der Neigungsgruppe Innenpolitik mit Bonmots und treffenden Beobachtungen ein. Dass man Haider durch Strache hätte ersetzen können, das tue dem Jörg sicher mehr weh als ihm.

Er hätte sich zwar gefragt, sagt Maurer zu Beginn von Papiertiger, wer zu einem Abend mit lauter alten Kolumnen kommen würde. Doch das nur angeblich neue Programm von Stermann und Grissemann machte ihm viel Mut. Zudem bleibt es nicht beim lustvoll zelebrierten Hilmar-Kabas-Bashing, das wirklich Schnee von gestern ist. Geschickt stellt Maurer immer wieder Bezüge zur Gegenwart her: Er erzählt, dass auch er fast Mitglied im "Verein der Freunde der Polizei" gewesen worden wäre, stellt fest, dass der Austropop durch den Tod Danzers 50 Prozent an Qualität eingebüßt habe, und meint zum Scheitern der Schulreform: "Wie schaut das denn aus, wenn auch der Sohn vom Chauffeur aufs Lycée geht?"

Dennoch ist Papiertiger über weite Strecken "nur" eine Lesung. Was nicht weiter stört: Selbst die weniger witzigen Kolumnen vermag Maurer grandios zu interpretieren, da er Stimmen, Stile und Formate perfekt imitiert. Kein Wunder daher, dass es im Kabarett Niedermair erst wieder ab Ende Jänner Karten gibt.   Thomas Trenkler / Der Standard 29.10.2007

 

 

Westi, Che und KHG Recycling macht Sinn - und Spaß: Kabarettist Thomas Maurer las am Freitag in der ARGEkultur Kolumnen zur heimischen Politik der vergangenen sieben Jahre. In puncto Recycling-Bewusstsein sind österreichische Kabarettisten vorbildhaft. Stermann & Grissemann führen derzeit in der "Deutschen Kochschau" ihre via YouTube legendär gewordenen ORF-Auftritte in "Dorfers Donnerstalk" einer Zweitverwertung auf der Bühne zu.
Josef Hader spielt (gelegentlich) noch immer Hader. Und Thomas Maurer verwertet gleich zweifach: Seine Kolumnen, die er zwischen 2000 und 2007 für den "Kurier" verfasst hat, sind seit Herbst in Buchform nachzulesen ("Der Wendekreis der Wende", Czernin Verlag).
Und in seinem aktuellen Bühnenprogramm "Papiertiger" rezitiert er wiederum ausgewählte Satiren aus dem Buch. Am Freitagabend gastierte der Kabarettist in der ARGEkultur. Ob bei der Wiederverwertung wertvolle Inhaltsstoffe verloren gehen können? Nicht, wenn der Recycling-Fachmann Thomas Maurer heißt. Ganz leicht ist die Vorgabe ja nicht: Satiren sind zeitgebunden, viele von Maurers Kolumnen zielten bei ihrem ersten Erscheinen auf die schwarz-blaue Koalition. Erinnert sich aber überhaupt noch jemand an Kurzminister Michael Krüger? Oder an Monika Forstinger? Ein bisschen "Wickie, Slime und Paiper"-Erinnerungsarchäologie musste da in der ersten Hälfte schon betrieben werden. Maurer tat das auf der Bühne mit spontaner Schlagfertigkeit und zugleich mit derselben verbalen Zielsicherheit, die auch Maurer, den Kolumnisten auszeichnet. Westi, Strache (der, wie Maurer dokumentierte, auf FPÖ-T-Shirts der Zeit auch als revolutionsnaher Stra-CHE im Guevara-Look zu kaufen war) und Karl-Heinz Grasser: Dass Politik auch jenseits ihres aktuellen Zeitwerts ihren Unterhaltungswert bewahren kann, demonstrierte er danach als theatralisch versierter Vorleser. Recycling macht nicht nur Sinn, sondern auch Spaß. Thomas Maurer machte es eindrucksvoll vorClemens Panagl/Salzburger Nachrichten 5.5.2008