PRESSESTIMMEN:

Kurier,  27.10.2005Der erste Teil des Abends ist typisch Maurerartiges, also hoch intelligent und belesen assoziierendes NabelbeschauKabarett. Zugegeben, das Programm hatte am Premierenabend noch Längen, nicht jede Pointe zündete. Aber es ist ein kluges, strukturell sehr wohl politisches Kleinkunststück.  Guido Tartarotti

Die Presse, 27.10.2005
Es gibt nichts Unglücklicheres als zufriedene Kabarettisten, weiß Maurer: Und genau das ist das Problem. Aber nicht nur deswegen wehrt er sich gegen die Fee Zufriedenheit, die ihn im (köstlich parodierten) FerdinandRaimundStil bekehren will. Er ist abgebrüht, der exalternative Häuslbauer mit schlechtem Gewissen, verstaubenden Ideen und dem Lebensmotto "Wir wern's a ned ändern!".

Kein Unglück in der weiten Welt kann ihn davon überzeugen, dass es ihm gut geht. Nicht einmal die Schreckensvision eines Lebens, in dem seine alten Ideale verwirklicht sind, wo ein fremder Herr im Bett auf seiner Iris "sackhüpft" und im Wohnzimmer ein Halbwüchsiger in "Faschingspunkverkleidung" seine letzte Flasche 90er Knoll Vinotheksreserve als "Schorle" versauft. Ihm fehlt, "was allen fehlt", eine "Idee, die mehr is wie Drüberwurschteln und Bausparen. Was Visionäres". Drauf setzt ihn die Fee samt ominösem Rucksack in die Londoner UBahn. Hilft auch nichts. Urlaub von der Saturiertheit.

Am Ende wird Maurer dennoch zur Zufriedenheit verdammt. Strafmildernd: Alle paar Jahre, wenn ein Kabarettprogramm ansteht, kriegt er Urlaub von der Saturiertheit. Vielleicht ist das zu wenig. Ist es Zufall, dass die besten Pointen in "Menschenfreund" altgedienten Pointenlieferanten gelten? Die Welt nur aus der Perspektive der "Krone" kennen zu lernen, dagegen "is das Höhlengleichnis vom Platon ja ein Kindergschnas in einer Montessorigruppe!" Und zu Strache als billigem "Lulu" HaiderRemake meint Maurer: "Wenn jemand in der Werbung 'Tiefe Preise' singt, glaubt man ja auch ned, dass er der Falco ist!"  Anne Catherine Simon