Bis Dorthinaus

Thomas Maurer hat seit seinen ersten Auftritten erheblich an Qualität gewonnen. Mit einem Minimum an Aufwand und Requisite redet er sich durch gut zwei Stunden, die wirklich zwei gute Stunden sind.

Ohne der Applaudierfreude des Publikums entgegenzukommen, vermeidet er deutliche Szenenschlüsse und schwingt sich von Gedanken zu Gedanken.

Diesmal hat er "Das Böse" ins Zentrum seines kabarettistischen Pirschganges durch den Absurditätenwald gestellt. Nicht das sogenannte, sondern "das Böse an sich" - verkörpert durch eine kleine Saurierpuppe. Die ist ja leicht zu schelten. Aber dann wird Maurer deutlicher. Er präsentiert den mobilen Schmiß für potentielle Burschenschaftler und arrivierte Landapotheker (ein Gummiringerl), zimmert sich ein eigenartiges Kasperltheater zurecht, schmuggelt sich in die Tagträume eines jungen Polizisten und beschreibt die Überheblichkeit eines Schweines, das noch auf den Weg zum Schlachthof auf die dummen Rindviecher schimpft - auf die anderen.

Maurer läßt einen progressiven Katholiken mit Gott über das 4. Gebot diskutieren ("Wie ist das, wenn der Vati die Mutti vergewaltigt hat?"), plaudert ohne Zorn und Hader mit der verstorbenen Mutter im Jenseits ("Ja, ich vergeß' schon nicht, den Pullover anzuziehen!"), spottet über Kinder- und Fremdenfeindlichkeit und liefert, ohne auf die Lemuren der Tagespolitik zurückzugreifen, beinharte Zeitkritik.  Erich Demmer

Thomas Maurer ist ein Komödiant, der fortwährend Humor zu produzieren scheint und dabei die Satire durch den Seiteneingang schleust. Er macht Schmäh und unterläuft ihn gleichzeitig, jongliert unglaublich souverän mit der auf Lachlauer liegenden Erwartungshaltung der Zuschauer und läßt sich selbst als kabarettistischer Besserwisser öffentlich die heiße Luft ab.  D.S. AZ v. 19.11.1990

1991 Verleihung des "Salzburger Stier" für "Bis Dorthinaus".